Monochrom in der Kunsthalle

| von Tania Witte |

Bei der Pressekonferenz im Januar versprachen mir die Mannheimer*innen für April Temperaturen um die 16 Grad, aufwärts. Schnell aufwärts. Jetzt, nach sechs Wochen und etwa beim Bergfest meines Aufenthaltes hier, bin ich immernoch froh über Mantel, Tee und Wärmflasche. Und irgendwie scheinen alle betreten, weil das ein so ungewöhnliches Jahr sei und Mannheim mir nicht das versprochenen Festwetter bietet.
Aber was soll’s? Statt am Neckarufer zu braten, entdecke ich Mannheim indoors. Kinos, Restaurants, und, vor wenigen Tagen, endlich auch die Kunsthalle Mannheim.

Kunsthalle Mannheim ©Tania Witte

Aufschauen. ©Tania Witte

Die hatte die Mannheimer Fotografin Carina Nitsche für ein Fotoshooting vorgeschlagen und da ich schon so viel über den An- und Umbau und die Architektur gelesen hatte und obendrein Kunst liebe, fiel der Vorschlag auf sehr fruchtbaren Boden. Wir bekamen tatsächlich und ganz unkompliziert eine Foto-Erlaubnis (Danke, Tanja Binder!) und während ich die Architektur feierte, machte Carina Nitsche wunderbar unaufgeregte und herrlich monochrome Fotos. Und die Sonne schien auch noch! Und die Moral, wenn es denn eine gibt: Ungewöhnliche Jahre bergen glücklicherweise viele, ungewöhnliche Möglichkeiten.

Tania_Witte©Carina_Nitsche Kunsthalle Mannheim7

Monochrom mit Sonne. ©Carina Nitsche

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Feuergriffel – Mein erster Monat

| Ein Zwischenfazit von Tania Witte |

Fast auf den Tag genau einen Monat bin ich jetzt Feuergriffel und was soll ich sagen? Es ist wunderbar hier oben im Turm der Alten Feuerwache, als Teil der Stadt und doch irgendwie losgelöst. Zum Schreiben habe ich bisher weniger Zeit als erhofft, denn eine Stadt kennenzulernen dauert immer länger als erwartet. Außerdem lese ich (zu) viel, in der Onlineausleihe der Stadtbibliothek bin ich dank geliehenem eBook-Reader Dauergast.

Und sonst so?

An vorbeiziehende Störche auf Augenhöhe, Halsbandsittiche in den Bäumen an der Kurpfalzbrücke, eine gelegentliche Taube vor dem Fenster oder auch mal IN meiner Wohnung hab ich mich rasch gewöhnt – aber der Tag, an dem die Dachdecker mich beim Yoga überraschten, war speziell. Wir haben dann erst mal einen Kaffee miteinander getrunken. Von wegen Gastfreundschaft und so …

dachdecker klein

Kaffeepause in 30 Metern Höhe

Ein paar Tage später habe den Luxus einer dreistündigen Privatrundfahrt durch sämtliche Mannheimer Stadtteile genossen und bin dabei mit unschätzbaren Hintergrundinfos gefüttert worden (Danke, Bettina Harling!), habe die Stadt durchradelt und durchlaufen und mein Herz an den Luisenpark verloren.

Heimatgefühle im Luisenpark

Nicht nur der Tulpen wegen, die mich an meine zweite Heimat Den Haag erinnern und wegen des Fernmeldeturms, der Berlingefühle auslöste, sondern vor allem wegen der Tiere und der Ruhe. Als ich dann auch noch eine Stadtschreiberinnen-Jahreskarte bekommen habe, wusste ich: Alles wird gut. Ich brauche nämlich Natur, um den Alltag aus meinem Kopf zu vertreiben, und erst wenn der verschwunden ist, kann ich schreiben. Und dazu bin ich schließlich hier …

Luisenpark Ostern 2019

Fast wie zuhause: Berlin- und Den-Haag-Gefühle in Mannheim.

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Erster Lesekontakt neuem „Feuergriffel“

(c) Heike Warlich-Zink

(c) Heike Warlich-Zink

Die „Feuergriffel“-Preisträgerin 2019 Tania Witte ist in der Quadratestadt angekommen und hat sich am vergangenen Sonntag im Turmzimmer in der Alten Feuerwache häuslich eingerichtet. Dort wird sie die nächsten drei Monate ihre Buchidee mit dem Arbeitstitel „Sonnenblick“ weiter ausarbeiten. Bei ihrer Antrittslesung im Dalberghaus am Dienstagabend konnten die Zuhörer die Autorin und deren Schreibstil persönlich kennenlernen. Die Stadtschreiberin las aus ihrem gerade veröffentlichten Jugendroman „Die Stille zwischen den Sekunden“.

Ähnlich wie beim „Feuergriffel“-Expose spielt auch dort ein weiblicher Teenager die Hauptrolle. Mara, gerade 16 Jahre alt, die nur knapp einem Bombenanschlag in der U-Bahn entgangen ist. Ihre Mitschüler nennen sie „Das Mädchen, das überlebt hat“ und erwarten Betroffenheit von ihr. Aber Mara hat ganz andere Sorgen. Ihre Freundin Sirîn meldet sich immer seltener und scheint plötzlich komplett unerreichbar. Je mehr Mara ihr zu helfen versucht, desto mehr Unverständnis und Ablehnung erntet sie. Was verheimlichen alle vor ihr? Erst als sich ihr Schwarm Chriso in die Suche einschaltet, kommt die erschütternde Wahrheit ans Licht…

„Zu viel verraten darf ich nicht“, so die Autorin über ihren Thriller. Doch ähnlich spannend soll auch das „Feuergriffel“-Buch werden. Im Mittelpunkt steht Ixi, eine 15-Jährige mit Psychiatrievergangenheit aufgrund eines Burnouts. Aber es soll kein „Problembuch“ oder gar Ratgeber für Betroffene werden. Vielmehr will die Autorin das Thema psychischer Probleme bei Jugendlichen in einen Krimi einbetten, um das schwierige Thema an die junge Zielgruppe der Leser zu transportieren.

Von Bettina Harling, Leiterin Bibliothekspädagogik der Stadtbibliothek Mannheim, nach ihrer Herangehens- und Arbeitsweise gefragt, antwortete die Stadtschreiberin, dass die Ideen zu ihren Büchern aus dem Alltag kommen. „Eigentlich finden sie mich, indem ich meine Umwelt wahrnehme, hinhöre und hinschaue. Und man hört ja durchaus viel, beispielsweise wenn man im Zug sitzt und laut übers Smartphone kommuniziert wird“, erzählt die neue Stadtschreiberin schmunzelnd.

Drei bis vier Stunden können sie konzentriert am Stück schreiben. Meistens ab er Mittagszeit bis in den Nachmittag hinein. Das habe sich als die für selbst effektivste Arbeitsweise herausgestellt. Der fruchtbaren Zusammenarbeit mit Antje Wagner, Feuergriffel-Preisträgerin 2009 und eher eine „Nachtarbeiterin“, habe dies jedoch keinen Abbruch getan. Zusammen haben die beiden unter dem Pseudonym „Ella Blix“ den Jugendroman „Der Schein“ geschrieben. Am zweiten Buch gemeinsamen Buch arbeitet Tania Witte gerade parallel zu ihrem „Feuergriffel“-Stipendium.

Inspiration durch die Stadt
Bettina Harling wünschte der Autorin dazu entsprechende Inspirationen durch die Stadt selbst, insbesondere durch die Begegnungen mit Kindern und Jugendlichen. „Eine gute Gelegenheit auch, um zu testen, ob Buchidee und Text mit der Zielgruppe funktionieren“, erklärte Harling, die in Vertretung von Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb die neue Feuergriffel-Trägerin zur Antrittslesung willkommen hieß. Laut Harling ziele das alle zwei Jahre ausgelobte Stipendium neben der Förderung der Kinder- und Jugendliteratur zugleich darauf ab, junge Menschen über Lesungen oder Schreibwerkstätten in kreativen Kontakt mit Autoren zu bringen, zu erfahren, wie ein Buch entsteht und die Neugier und Lust auf Lesen zu wecken.

Bei der Abschlusslesung am 1. Juli in der Alten Feuerwache wird Tania Witte dann erstmals auch Passagen aus ihrem neuen, in Mannheim entstandenen „Feuergriffel“-Buch lesen.

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HERKUNFT – neues Buch von Saša Stanišić

Am 18. März 2019 erscheint das neue Buch unseres „Feuergriffel“-Preisträgers 2013 – Saša Stanišić.  Die Buchpremiere findet am 17.3. im Thalia Theater Hamburg statt (Es gibt noch Karten) und die Lesereise wird lang (Hier finden Sie die ersten Termine).

HerkunftWas ist das für ein Buch? HERKUNFT handelt davon, wie das ist, in Višegrad mit einer Schlange zu tanzen, in Heidelberg mit einem Kayak ins Schwimmbad zu gehen, in Oskoruša auf Drachen zu reiten. 

HERKUNFT ist ein Buch über den Urgroßvater, der Flößer war und nicht schwimmen konnte. 

HERKUNFT ist ein Buch über die Urgroßmutter, die singen konnte wie eine Sirene.

Die Toten sprechen in HERKUNFT (haben aber nicht viel zu sagen), und die Lebenden vergessen (sie hätten viel zu erzählen). Der Autor jagt ihren Erinnerungen nach.

HERKUNFT ist auch ein Buch über  die Frage: Bin das ich?

Es kommen viele unwahrscheinliche Dinge vor: ein nicht korrupter bosnischer Polizist, eine Ziege im All, ein Mann vom Balkan, der Rentnern von seinem dem Balkon aus Eichendorff vorliest mit nacktem Oberkörper – und ein empathischer Mitarbeiter der Ausländerbehörde. 

Und dann sind da noch: Roter Stern Belgrad und der HSV (es ist also auch ein tragisches Buch), der Nachname auf Grabsteinen, Grenzzäune, das Prekäre und die Scham, das Schreiben und der Stolz. Es ist ein Buch über die Angst vor den Wörtern und den Tätern, und auch ein Buch über Zufall und Glück. 

Es hat zwei Jahre gedauert, es zu finden und erfinden und es loszulassen.

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Jugendliche gestalten die „Nibelungen News“ – Workshop mit Tobias Steinfeld

Wer hat Lust, eine Zeitung zu kreieren? Beim Workshop der Nibelungen-Festspiele unter der Leitung des Autors Tobias Steinfeld (Feuergriffel-Preisträger 2015)  ist das möglich. Vom 29. Juni bis 5. Juli können Jugendliche im Alter von 12 bis 20 Jahren mit eigenen Texten und Bildern die Festspiel-Zeitung „Nibelungen News“ gestalten.

csm_tobias_steinfeld_web_fe51cb6957Zu Beginn des Workshops wird die Nibelungensage besprochen. Beim Besuch einer Zeitungsredaktion lernt man, wie eine Zeitung gemacht wird und wie der Arbeitsalltag eines Journalisten aussieht. Nun gerüstet mit dem journalistischen Handwerkszeug werden die Geschichten der Nibelungen in Nachrichten, Reportagen oder Interviews umgesetzt. Dabei sind der Kreativität und Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Mal angenommen, zu Zeiten von Siegfried, Brunhild und Co gab es eine Presselandschaft, wie wir sie heutzutage kennen. Was hätte damals wohl in der Zeitung gestanden? Vielleicht so was: „Am Dienstagmorgen hat ein junger Mann in Norwegen einen Drachen getötet. Augenzeugen berichteten, wie …“ Auch ein Blick in die Gegenwart ist denkbar und vielleicht ergreift jemand die Möglichkeit, die Schauspieler der Inszenierung genauer unter die Lupe zu nehmen. Natürlich gehört es auch dazu, die passenden Fotos zu den Artikeln zu machen. Die gedruckte Zeitung wird schließlich während der Festspiele von den Zeitungsmachern präsentiert.

Tobias Steinfeld, Publikumspreisträger des Festspiel-Autorenwettbewerbs 2017, gestaltete bereits im letzten Jahr mit Jugendlichen eine Ausstellung im Rahmen eines Ferienworkshops (siehe Bild). Sein Romandebüt „Scheiße bauen: sehr gut“ wurde unter anderem mit dem Mannheimer Feuergriffel-Stipendium ausgezeichnet. Wenn er nicht selbst schreibt, leitet er Schreibwerkstätten für Jugendliche.

  1. Juni bis 5. Juli 2019

Alter von 12 bis 20 Jahren

Uhrzeit jeweils von 11 bis circa 16 Uhr

Teilnehmerbeitrag 30 Euro

Nur mit Voranmeldung bei Melina Eichenlaub

Telefon: 06241 2000 403 oder m.eichenlaub@nibelungenfestspiele.de

 

 

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Angebote für Schulklassen

Zu einem Stadtschreiberstipendium gehören nicht nur viele Schreibstunden im Turm und Recherchen in der Stadt, sondern auch Begegnungen mit dem Publikum. Tania Witte hat einige tolle Angebote für Schulklassen:

  • Lesung und Werkstattgespräch „Der Schein“
    für die Klassen 6 bis 10
    Nach Terminvereinbarung
  • Lesung und Werkstattgespräch „Die Stille zwischen den Sekunden“
    für Klassen 7 bis 12
    Nach Terminvereinbarung
  • Schreibwerkstatt für Jugendliche ab 14 Jahren
    Nach Terminvereinbarung
    Gruppengröße: maximal 12 Personen
  • Spoken Poetry-Workshop für Jugendliche ab 14 Jahren
    Nach Terminvereinbarung
    Gruppengröße: maximal 12 Personen
    mannheim-2640827_1280Der Jugendroman „Die Stille zwischen den Sekunden“ steht ab März 2019 als Klassensatz zur Verfügung.
    Geeignet ab Klasse 7Weitere geplante Aktionen:
    Pop-up-Lesungen im öffentlichen RaumBerichte auf Feuergriffel-Blog

Informationen und Terminvereinbarung per E-Mail an: stadtbibliothek.paedagogik@mannheim.de

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Antrittslesung mit Tania Witte

Am Dienstag, den 9. April 2019 um 19 Uhr stellt sich die neue Kinder- und Jugendstadtschreiberin in der Stadtbibliothek Mannheim (Dalberghaus N 3, 4) vor. Tania Witte liest aus ihrem gerade erschienen Jugendroman „Die Stille zwischen den Sekunden“ https://www.arena-verlag.de/artikel/die-stille-zwischen-den-sekunden-978-3-401-80824-6,

Die Stille zwischen den Sekundenverrät im Gespräch mit dem Leiter der Stadtbibliothek Mannheim Dr. Bernd Schmid-Ruhe ein paar kleine Geheimnisse aus ihrem Leben und berichtet von ihren Plänen für den Mannheim-Aufenthalt als „Feuergriffel“. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Gruppen sollten sich anmelden unter: stadtbibliothek.paedagogik@mannheim.de

Den Jugendroman gibt es natürlich in allen Stellen der Stadtbibliothek Mannheim zum Ausleihen.

 

 

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Tania Witte ist unsere Kinder- und Jugendstadtschreiberin 2019

Feuergriffel PressekonferenzAm Montag, den 14. Januar 2019 wurde im Rahmen einer Pressekonferenz das Geheimnis gelüftet. Die Autorin, Journalistin und Spoken Word Performerin Tania Witte zieht im April in den Turm der Alten Feuerwache, um an ihrem Jugendbuch mit dem Arbeitstitel „Sonnenblick“ zu arbeiten.

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Jahresrückblick von Florian Wacker

Florian Wacker, „Feuergriffel“-Preisträger 2017, hat einen lesenswerten Artikel über seine Zeit als Kinder- und Jugendstadtschreiber für das neue Mannheim-Merian-Heft geschrieben

46678154_2203562963001878_8874023000475697152_nund auf seinem Blog erzählt der Autor im Jahresrückblick auch davon, dass er wieder an seinem „Feuergriffel“-Text „Wenn wir fliegen“ arbeitet.

 

 

https://www.florianwacker.de/journal/mein-jahr-als-autor-2018?fbclid=IwAR2B-SZkG7ziCpF7pmcbPDPPsnN_nrhJc8ohRoGdm6Byz4yPYehLNFLlSRE

Wir sind sehr gespannt, ob im neuen Jahr ein weiteres „Feuergriffel“-Buch erscheint.

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Nominierte für den „Feuergriffel“ 2019 stehen fest

37 Bewerbungen sind für das Stadtschreiber-Stipendium für Kinder- und Jugendliteratur eingegangen

Zum siebten Mal schrieb die Stadtbibliothek Mannheim zusammen mit dem Förderkreis Stadt- und Musikbibliothek Mannheim e. V. den „Feuergriffel“, das Stadtschreiber-Stipendium für Kinder- und Jugendliteratur, aus. Nun stehen die Nominierungen fest: 37 Bewerbungen aus Deutschland und dem europäischen Ausland gingen bei der Stadtbibliothek Mannheim ein. Die Fachjury schlug hieraus Agnes Ofner, Katharina Schlender und Tania Witte für den „Feuergriffel“ 2019 vor.

Wer für drei Monate in das Turmzimmer der Alten Feuerwache einzieht, um die eingereichte Buchidee auszuarbeiten und die Nachfolge von Tamara Bach, Antje Wagner, Rike Reiniger, Saša Stanišić, Tobias Steinfeld und Florian Wacker anzutreten, wird im Januar bekannt gegeben.

Die Nominierten:

Agnes OfnerAgnes Ofner hat sowohl Fennistik, Nederlandistik als auch Graphik und Kommunikationsdesign studiert. Neben ihrer Tätigkeit als Graphikerin und Illustratorin, trainiert sie seit 2013 Luftakrobaten. Agnes Ofner hat mehrere Bücher illustriert und Texte in Anthologien veröffentlicht. Die in Wien lebende Künstlerin wurde bereits mit dem MDR-Literaturpreis, dem Manfred Maurer Preis und dem Literaturpreis der Stadt Feldbach ausgezeichnet.
In ihrer Bewerbung mit dem Arbeitstitel „Es ist kalt im Universum“ wird die Geschichte von Sanja erzählt, die nach dem Herzinfarkt des Vaters alleine auf einer Nordseeinsel zurückbleibt und in ein lebensbedrohliches Unwetter gerät. Diese Extremsituation bringt sie zum Nachdenken über das Leben. Das Erzählen aus zwei Perspektiven zeigt die Abweichungen zwischen Innen- und Außenwahrnehmung gut auf. Die originelle Idee aber auch die schöne Erzählstruktur überzeugte die Jury. Für den Aufenthalt plant Agnes Ofner ein illustriertes Tagebuch über den Alltag einer Stadtschreiberin.

Katharina SchlenderKatharina Schlender lebt nach dem Studium des „Szenisches Schreibens“ an der Universität der Künste als freie Autorin in Berlin. Seit 2000 hat sie zahlreiche Theaterstücke, Hörspiele und Drehbücher veröffentlicht. Ihre Theaterstücke wurden schon mehrfach ausgezeichnet: 2002 Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg, 2003 Autorenpreis des Heidelberger Stückemarktes, 2005 Publikumspreis der St.Galler Autorentage.
Im geplanten Buch mit dem Titel „Fahrstuhl zur Treppe“ leidet der 13jährige Udo unter der Trennung der Eltern. Nach dem Weggang des Vaters bleibt er verstört zurück mit der Mutter. Über die Situation wird nicht gesprochen, deshalb sucht er nächtlichen Rat bei den Gedankengeistern und würde sich gerne in ein Schneckenhaus verkriechen. Der Leser wird auf der emotionalen Ebene gut abgeholt, das Innenleben der Hauptfigur wird nachvollziehbar erzählt, wobei der Text positiv aus der Menge der Scheidungsgeschichten herausragt. Auch die fast lyrische Sprache und das Erzählen jenseits von Kitsch und Klischees beindruckte die Jury. Für den Stadtschreiberaufenthalt plant die Autorin unter anderem das Aufstellen einer öffentlichen Gedankentrommel.

Tania WitteTania Witte hat Medienpädagogik und Erwachsenenbildung studiert und arbeitet als Schriftstellerin, Journalistin und Spoken-Poetry-Performerin in Berlin und Den Haag. Bisher veröffentlichte sie vier Romane, eine Anthologie und diverse Kurzgeschichten und Essays. Zusätzlich zu ihrer künstlerischen Arbeit schreibt sie als freiberufliche Kolumnistin, Kritikerin und Journalistin für unterschiedliche Medien. Sie leitet regelmäßige Workshops zu Poetry Slam / Spoken Word, Performance, Kreativem Schreiben und Identität. Seit 2005 arbeitet Tania Witte mit anderen Künstlern in Kooperationen an interdisziplinären und interkulturellen Kunstprojekten. Mit ihren Spoken-Word-Performances erobert sie seit 2007 Bühnen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und den USA. 2016 wurde sie mit dem Felix-Rexhausen-Medienpreis, 2017 mit dem Martha-Saalfeld-Förderpreis ausgezeichnet.
Ihre Buchidee „Sonnenblick“ überzeugt die Jury durch das aktuelle und wichtige Thema. Die 15jährige Ixi, eine gute Schülerin aus hippem Elternhaus, bekommt psychische Probleme und landet in der Kinder- und Jugendpsychiatrie „Sonnenblick“. Der Text spricht Probleme an, über die oft nicht offen gesprochen wird, aber für viele Kinder und Jugendliche relevant sind. Der Leser wird gut abgeholt und die Autorin schafft es in einem beeindruckenden Text einen tollen Spannungsbogen aufzubauen. Außerdem begeisterte die Jury die Idee von Pop-up-Lesungen.

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